Es ist unglaublich , aber am Donnerstag war der Liebste der Tochter schon sechs Wochen tot.
Noch immer haben wir das Gefühl, die Zeit ist einfach am 19. September stehen geblieben, die Tür öffnet sich und grinsend tritt er hinein. Es ist so unsagbar schwer für das Tochterkind der Wahrheit ins Auge zu sehen. Versunken in Erinnerungen lebt unser Mädel in längst vergangenen Augenblicken.
Gestern Abend trafen wir uns mit einigen wenigen guten Freunden um gemeinsam das Sechs-Wochen-Seelenamt zu begehen; feiern mag ich hier nicht sagen. Da gibt es nichts zu feiern.
Der gestrige Samstag war im Kirchenjahr auch Allerseelen, so dass wir eine wirklich kraftgebende Messe, in der dem Liebsten gedacht wurde, erleben durften. Ein herzliches Danke an den Priester, der dieser sensibelen Aufgabe mehr als gerecht wurde. Selten hat mich eine Messe so ergriffen.
Ich hoffe von Herzen, dass sie uns allen Kraft zum weiterleben gegeben hat und dass die Tochter irgendwann einen Weg zurück ins wirkliche Leben findet.
R.I.P.
Alle anderen, die nicht an der Messe teilnehmen konnten (seht uns nach, dass es im kleinsten Kreise war) mögen vielleicht daheim eine Kerze entzünden.
Eine Kerze der Hoffnung.
Eine Kerze der Liebe.
Eine Kerze der Unvergesslichkeit.
Es ist eine schöne Vorstellung für unser Mädchen, dass vielleicht überall auf der Erde Kerzen der Erinnerung für ihren Liebsten brennen...
Habt euch gut!!!
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
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Sonntag, 3. November 2013
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Versuchte Trauerbewältigung
Was hilft die Trauer zu bewältigen?
Ich weiß es nicht.
Zusammenhalt, Offenheit, gemeinsam Weinen und Lachen???
Ein Stückchen *Normalität* wie Schule, Akademie, Job, Kreativsein, lesen...
*Ein gutes Buch ist stets ein kleiner Trost*, pflegte mein Papa immer zu sagen... daran erinner' ich mich wie ich euch bereits schon erzählte.
Immer wieder nehmen wir das abgegriffene Märchenbuch, das uns alle an den Papa bzw den Opa erinnert, zur Hand.
Aber ehrlich? Mittlerweile langweilen uns die Geschichten über böse Stiefmütter, Väter, die nicht zu ihren Kindern stehen, böse Töchter und Söhne, arme Prinzessinen, verwunschene Wesen, garstige Zwerge (obwohl ich die eigentlich ganz gerne mag).
Das bringt uns nicht weiter :(, auch nicht die sicherlich nett gemeinten Märchen, die uns via mail, Handy usw erreichen...
Auch die liebevollen Angebote, Texte zur Verfügung zu stellen... die Tochter hat schon immer viel gelesen, es ist schon schwer, ihr Neues zu bieten.
Ein letztes Märchen der Gebrüder Grimm lasen wir gestern Abend. Das will ich Euch nicht vorenthalten.
Das Dietmarsische Lügenmärchen
Ich weiß es nicht.
Zusammenhalt, Offenheit, gemeinsam Weinen und Lachen???
Ein Stückchen *Normalität* wie Schule, Akademie, Job, Kreativsein, lesen...
*Ein gutes Buch ist stets ein kleiner Trost*, pflegte mein Papa immer zu sagen... daran erinner' ich mich wie ich euch bereits schon erzählte.
Immer wieder nehmen wir das abgegriffene Märchenbuch, das uns alle an den Papa bzw den Opa erinnert, zur Hand.
Aber ehrlich? Mittlerweile langweilen uns die Geschichten über böse Stiefmütter, Väter, die nicht zu ihren Kindern stehen, böse Töchter und Söhne, arme Prinzessinen, verwunschene Wesen, garstige Zwerge (obwohl ich die eigentlich ganz gerne mag).
Das bringt uns nicht weiter :(, auch nicht die sicherlich nett gemeinten Märchen, die uns via mail, Handy usw erreichen...
Auch die liebevollen Angebote, Texte zur Verfügung zu stellen... die Tochter hat schon immer viel gelesen, es ist schon schwer, ihr Neues zu bieten.
Ein letztes Märchen der Gebrüder Grimm lasen wir gestern Abend. Das will ich Euch nicht vorenthalten.
Das Dietmarsische Lügenmärchen
Ich will euch etwas erzählen. Ich
sah zwei gebratene Hühner fliegen, flogen schnell und hatten die Bäuche
gen Himmel gekehrt, die Rücken nach der Hölle, und ein Amboss und ein
Mühlstein schwammen über den Rhein, fein langsam und leise, und ein
Frosch saß und fraß eine Pflugschar zu Pfingsten auf dem Eis. Da waren
drei Kerle, wollten einen Hasen fangen, gingen auf Krücken und Stelzen,
der eine war taub, der zweite blind, der dritte stumm und der vierte
konnte keinen Fuß rühren. Wollt ihr wissen, wie das geschah? Der Blinde,
der sah zuerst den Hasen über Feld traben, der Stumme rief dem Lahmen
zu, und der Lahme fasste ihn beim Kragen. Etliche, die wollten zu Land
segeln und spannten die Segel im Wind und schifften über große Äcker
hin: da segelten sie über einen hohen Berg, da mussten sie elendig
ersaufen. Ein Krebs jagte einen Hasen in die Flucht, und hoch auf dem
Dach lag eine Kuh, die war hinaufgestiegen. In dem Lande sind die
Fliegen so groß als hier die Ziegen. Mache das Fenster auf, damit die
Lügen hinausfliegen.
Jacob und Wilhelm Grimm
Doch nun genug der Märchenlesereien. Ab heute widmen wir uns anderer Literatur.
Welche? Ich werde es Euch gern erzählen, denn ich weiß, dass Autoren Empfehlungen und Buchbesprechungen lieben...
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