Mittwoch, 5. September 2012

F U S S B A L L ist ihr Leben

aber nicht doch meins!!!

Ich bin geschockt, schwerst geschockt, um nicht zu sagen traumatisiert.
Ich muss mich beruhigen, ich muss mich sammeln, es kann nicht wahr sein, ich schau aus dem Fenster, waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhh, es ist noch immer da!
Doch der Reihe nach:
Ich bin gesegnet, gesegnet mit drei zauberhaften Kindern, ein Töchterchen, zwei Söhne. Und da sind sie schon, meine beiden Probleme. Machen andere Kinder die ersten zaghaften Sprachversuche, murmeln eines Tages freudestrahlend liebliche Worte wie *Mama* oder *Papa*, so übersprangen unsere diese Stufe doch komplett und hauten gleich als erstes *Ballllllllllllllllllll* raus. Das war ein Omen, ich bin mir sicher. Stolperten gleichaltrige Freunde noch unsicher durch die Landschaft, so konnten unsere nur laufen, wenn sie nebenbei vor irgendetwas Ballähnliches traten. Ich hätte es damals schon wissen sollen. Doch stolze junge Eltern neigen dazu, erste Alarmzeichen nicht immer ernst zu nehmen. Großer Fehler, schwerer Fehler, geradezu unverzeihlich.
Nicht nur, dass sie selbstverständlich selber kicken, nein, sind sie noch Schiedsrichter, Trainer und, das wichtigste von allem, F A N S.
Das Spielerdasein ist hart: Training, Spiele, Training. Die Situation wird auch nicht einfacher, wenn Papa Trainer ist.....
Das Schiedsrichterdasein ist auch hart: weite Anfahrten (wie beruhigend das es Taxi Mama gibt), nöhlige Spieler, motzende Eltern, aber ein gesichertes Einkommen :)
Das Trainerdasein ist härter: vor allem wenn man die Kleinsten der Kleinen trainieren muss. Gerade den Windeln entsprungen treffen sich einmal in der Woche Zwerge, die kaum größer als die Bordsteinkante sind, zum *Training*. Dieses wird erschwert durch: *Ich muss mal Pipi*, *Auf welches Tor muss ich nochmal schießen???* *Kannst du mir mal die Schuhe zu binden?* Jaja, so ein Trainerdasein hat's in sich.
 Mir persönlich gefiel es ja ausserordentlich gut, als diese Zwerge, die schliesslich unser zauberhafter Sohn trainiert, ein Törchen schoßen, jubelten und johlten, sich in den Armen lagen wie die großen Bundesligastars, aufgeregte Eltern am Spielfeldrand hin- und herhüpften, Sohnemann kreidebleich wurde, diese herzallerliebsten Kinder aus dem Feiern gar nicht wieder raus kamen und die Gegener ein schelmisches Grinsen ins Gesicht bekamen. Naja, kann doch mal passieren, dass man das falsche Tor trifft... und ich sach noch: *Sohnemann, wollen wir nicht bunte Schleifchen an *unser* Tor binden?* Aber auf mich hört ja wieder keiner!!! Das haben sie jetzt davon.
Ausserdem wäre doch ein großes Problem gelöst, wenn jeder seinen eigenen Ball hätte, dann müssten sie nicht mehr streiten und jeder könnte mal aufs Tor zielen, dann wär' es auch egal, wem welches gehört ...

Aber das allerhärteste von allem ist das FANDASEIN!!!
Was für ein Stress, Termine, Spielpläne, die neusten Ein- und Verkäufe diskutieren, das perfekte Styling zu finden....
Bis vor kurzer Zeit ging das ja alles noch: Sohn Nr 1 war Bayern - Fan, Sohn Nr 2 Schalke und der Herr des Hauses Gladbach. Null Problem, alles zu weit weg, um aktiv teilzunehmen, Fussball beschränkte sich auf bestimmte Zeiten.
Doch dann begann sie, die Katastrophe: Der örtliche Fussballverein, der SC Preussen Münster, wurde immer besser und besser und, wie sollte es anders sein, interessanter... Wurden sonst die neusten  Trikots der Bundesligavereine gewünscht (s.o.), mussten es plötzlich auserwählte Preussen - Accessoires sein.
Auch das hätte ich alles noch ertragen, habe ich bemerkt, dass Heimspiele mir so manch ruhige Stunden bescheren und ich zu Sachen komme, von denen ich sonst noch nicht einmal hätte zu träumen wagen....
Was ich aber absolut nicht vertrage sind:
- Fangesänge auf nüchternen Magen
- Diskussionen am Frühstückstisch, ob Spieler X Rücken, Bauch, Po hat
- Überlegungen, ob der Trainer denn wohl gut geschlafen hat
- Spendenaufrufe im Elfenhaus, damit neuer Rasen, neue Spieler oder was weiß ich denn finanziert werden können
Die Liste könnte ich ohne mit der Wimper zu zucken, noch um Seiten verlängern....
Also musste ich zu anderen Mitteln greifen, nützt nix. Unter Androhung der Todesstrafe, also Hääääääändyentzug, was ja der Todesstrafe gleich kommt, verbat ich mir, vor dem ersten Kaffee auch nur das Wörtchen *SCP* in den Mund zu nehmen.
Zu meinem Erstaunen funktionierte das, man braucht das Hääääändy ja nun auch, um wichtige Fussballergebnisse, zum Beispiel auf dem Klo sitzend, abrufen zu können.
Das Leben war wieder schön!!!
Bis heute morgen, mich traf der Schlag, als ich die Zeitung reinholen wollte und dazu die Haustür öffnete, und.... wirklich, es ist immer noch da!!!!
Schaut doch selbst:

Kommentare:

  1. ich ahnte nicht wie grausam sie sein können. *GleichmalRasenmähengeht*

    AntwortenLöschen
  2. Das haben Sie nur für Dich gemacht, liebe Elfe. Oder für sich selbst. Oder weil mähen eh blöd ist und sie schon immer ein Schaf wollten ...

    Ein kleiner Tipp für den nächsten Menschenauflauf in Münster oder einen Fernseh-Auftritt im Regional-TV: Das nächste Mal so mähen, das man vom Gehweg aus SCP sehen kann. Ich bin schwer begeistert!

    AntwortenLöschen